ohneeinwort

Archive for the ‘Sprache’ Category

Mobbende Vögel

In Sprache on Juli 10, 2009 at 5:11 pm

Der offlineSpiegel berichtete in der Ausgabe 25/2009 über Vögel mit Sprachtalent:

Wenn die etwa 30 Zentimeter großen Vögel Fressfeinde in ihrer Nähe entdecken, versammeln sie sich meist in großer Zahl und mobben die Jäger lautstark.

Und so könnte das dann ablaufen:

[Fressfeind nähert sich den Vögeln]

Vögel: Hey, böser, böser Fressfeind, du bist soooo häßlich, ich an deiner Stelle würde mich ja nicht aus dem Nest trauen. Hast du ein Problem? Was willst du eigentlich?  Bist du dumm? Wir sind viel mehr!

Fressfeind: Oh, das trifft mich jetzt schon seeeeehr hart. Aber ich lass da nicht mit mir diskutieren. [kurze Pause] Aber einer gegen alle ist schon sehr unfair. Naja, dafür esse* ich euch jetzt auf.

Vögel: Deine Mutter!

Fressfeind [schluchzend]: N-ni-chts g-gegen m-mei-ne M-mutter!

[Fressfeind tritt heulend ab]

(Bei dieser Version wird noch davon ausgegangen, dass der Fressfeind sich über Sprache verteidigen kann. Aber was, wenn dem nicht so ist? Der arme Fressfeind muss sich dann durch geste verständlich machen, worüber die Vögel wohl nur lachen.)

Beschämend ist sowas! Die Politik ist da in der Pflicht. Präventive Anti-Mobbing-Maßnahmen müssen ergriffen werden. Die Ungerechtigkeit muss ein Ende haben. Jeder hat ein Recht auf Nahrung. Stellt euch das mal vor, wenn Kühe oder Schweine UNS mobben würden! Und wir wollen doch auch nur was zum Essen.

Jetzt, vor der Bundestagswahl im Herbst, ist ja eh die Zeit, in der schell-schnell populistische wischi-waschi-Gesetze durchgewunken werden, um Wählerstimmen zu ergattern. Also ideale Vorraussetzungen, damit sich da endlich mal was bewegt. Oder die Sommerpause macht einen Strich durch die Rechnung.

___________________________________________________________

* Als Vogel würde ich natürlich auch nicht fressen sagen.

Advertisements

Die Wiedergeburt der Parkuhr

In Sprache on Februar 23, 2009 at 12:40 pm

Ich dachte eigentlich, die gute, alte Parkuhr sei abegeschafft worden und die Zukunft würde der mobilen Taschenparkuhr und dem Parkautomat (einer für alle) gehören. Oder Parkticket-per-SMS. Denkste. Über den Parkautomat gibt es nicht einmal einen eigenen Wikipedia-Eintrag, der heutzutage ja die Relevanz anzeigt(!). Nur „Verkaufsautomat“ gibt es.

Aber der Trend geht ja sowieso (zurück) zur Parkuhr. Dazu passt dann auch der Sinn derselben: Um den kürzesten Weg von A (Parkplatz) nach B  (Ziel) zu erreichen, wird das Auto so nah wie möglich an B geparkt, um dann auf direktem Wege dorthin zu gelangen.

Irgendwelche Probleme damit? Eure Meinung?

Mir war ja gar nicht bewusst, dass so eine Parkuhr auch ein Innenleben hat (siehe Wikipediaartikel Bild unten rechts), d.h. auch Gefühle haben. Daher darf man die Parkuhren auch nicht so einfach verschwinden lassen, damit sie nicht verletzt werden. Außerdem könnten Parkuhrentleerer wieder eingestellt werden!

Die Welt mit Kinderaugen sehen

In Sprache on Februar 17, 2009 at 6:10 pm

„Ist das eine Straßenbahn, die oben festgemacht ist und durch die Luft fährt?“ höre ich eine Stimme, während ich in einer stinknormalen Straßenbahn unterwegs bin. Ich wundere mich; bin ich in der Wüste und es gibt eine Fatamorgana zu sehen? Oder ist sowas jetzt schon normal in der heutigen Zeit?

Ich werde neugierig und drehe mich langsame um und sehe einen kleinen Jungen, der mit ausgestreckter Hand seine Mutter auf ein Werbeplakat aufmerksam macht, auf dem eine Seilbahn zu sehen ist.

Eigentlich trifft die Beschreibung doch sehr genau, was so eine schwebende Straßenbahn eben ausmacht. Vielleicht sollten Seilbahnen ab jetzt immer als  „oben festgemachte, durch die Luft fahrende Straßenbahnen“ bezeichnet werden. Mir gefiel diese Sicht der Dinge eines kleinen Kindes.

(Wer die Trefflichkeit der Beschreibung nicht sieht, sollte sich einmal dieses Bild anschauen.)

Der Mythos Coffee Togo

In Sprache on Februar 14, 2009 at 10:58 am

Seit ich weiß nicht wann gibt es ja diesen enormen Hype um diesen Togo-Kaffe.  Ich frage mich ja, ob Togo diese riesigen Mengen an Kaffee-Bohnen überhaupt tragen kann. Zwar entfallen 10% des Bruttonationaleinkommens auf den Export von Kaffee. Aber stammt wirklich jedes als „Coffe Togo“ verkaufte Heißgetränk aus Togo? Immerhin ist Deutschland eines der bedeutendsten Abnehmerländer von Kaffee. Und andere wollen ja auch noch etwas vom „Kuchen“ abhaben.

Immer wenn ich ein Schild sehen, auf dem ein Coffee to go für 1 Euro angeprießen wird, frage ich mich, wieso Togo immer falsch geschrieben wird. Ich glaube, ich muss in den Geschäften mal nachfragen. Aber die ich werde hundertprozentig keine zufriedenstellende Antwort bekomme. Eher eine Erklärung á la „to go ist Englisch, das heißt, frei übersetzt, zum Mitnehmen.“ Ja wieso kann man dann nicht einfach schreiben „Kaffee zum Mitnehmen“? Blöde Anglizismen!

Mich bewegt außerdem die Frage, ob die Welt einen Exklusivwerbevertrag mit Togo abgeschlossen hat? Wäre das nicht Wettbewerbsverzerrung?